Märkische Allgemeine, Dienstag, 14. September 1999:

Nachdem sich Silvia Götze bereits zum Bahnhofsfest in der vorigen Woche als "Fritzchen" vorgestellt hatte, schlüpfte die Mitarbeiterin des Verkehrsvereins anlässlich der gestrigen Eröffnung des neuen Infobüros erneut in das Kostüm.

FOTO:JÜRGEN RAMMELT

Infos durch die Bahnhofsluke

Heimatverein ist umgezogen

RHEINSBERG. Gestern hat der Verkehrsverein "Rheinsberger Seenkette" sein neues Infobüro im Bahnhof in Betrieb genommen. Damit gibt es außer der bestehenden Tourist-Information im Kavaliershaus am Markt und den Büros in Flecken und Dorf Zechlin sowie in Zechlinerhütte ein weitere Möglichkeit, sich über kulturelle Angebote in der Region zu informieren.

Heinz Karwath, der Vorsitzende des Verkehrsvereins, ist mit seinem Büro und den Mitarbeitern des Heimat- und des Verkehrsvereins ebenfalls ins Bahnhofsgebäude umgezogen. Den bisherigen Vereinssitz, die Obermühle, möchte die Stadt verkaufen. Laut Bürgermeister Manfred Richter gibt es einen Berliner Investor, der in dem denkmalgeschützten Gebäude eine Weiterbildungseinrichtung für Juristen einrichten möchte.

Für den Umbau des durch die Deutsche Bahn AG nicht mehr benötigten Bahnhofs hat der Heimatverein vom Land über 98 000 Mark Fördermittel erhalten. Den größten Batzen der Eigenanteile, rund 14 000 Mark, hat der Wirtschaftsförderverein "WiR" beigesteuert. Die Gelder stammen ausschließlich vom Berliner Ehrenbürger und WiR-Vorstandsmitglied Jürgen Graf,der wieder einmal bei seinen Berliner Freunden für die Rheinsberger gesammelt hat. "Der Heimatverein trägt den Rest der Eigenanteile und sichert die Besetzung des Infobüros ab", erklärte gestern der ehrenamtliche Vorsitzende des Vereins Wolfgang Schwartz. Hinter dem Tresen werden vorwiegend Erika Schönbeck, aber auch andere Mitarbeiterinnen des Vereins sitzen.

Außer Informationsmaterial, das größtenteils kostenlos ist, können die Touristen im Bahnhof auch das Rheinsberger Maskottchen "Fritzchen" und Rheinsberger Keramik kaufen. Zur gestrigen Eröffnung schlüpfte wie zum Bahnhofsfest vorige Woche Silvia Götze in das farbige Kostüm des kleinen Preußen. "Allerdings ist die große Version vom Fritzchen unverkäuflich", scherzte Karwath.

Am Umbau des Rheinsbeger Bahnhofs hatten sich vorwiegend Betriebe aus der Region beteiligt. Es wurde besonders darauf geachtet, dass der Charakter des Bahnhofes erhalten bleibt. Laut Schwartz sei außerdem eine zweite Ausbaustufe geplant, für deren Realisierung allerdings das Geld noch fehlt. Vom Verkauf von Fahrkarten musste vorerst abgesehen werden, da die Kosten für die anzuschaffende Technik ebenfalls nicht aufzubringen waren.

JüRGEN RAMMELT

AG Schulnetz Junior
Für das Internet bearbeitet: Maik Stranz, Kl. 7
Erstellt: Oktober '99