Radfahren und Skaten ...          

Legende:
1 Rheinsberg - Zechlinerhütte,
2 Paulshorster Weg
3 Angetestet: Rheinsberg - Menz,
4 Rheinsberg - Zechlinerhütte im Dunkeln
5 Maik befragt 11 Kinder zum Skaten in Rheinsberg,
6 Kremmen - Sommerfeld - Beetz (mit Ulrici-Klinik) ... auf dem Weg nach Rheinsberg,
7 Skaten im Winter
Skatertest
1 2 3 4 5 6 7

Skaten im Winter

"So’n Quatsch!" höre ich da sagen, "Schließlich ist das Skaten ein Schönwetter- und damit auch ein Sommersport. Und es gibt bei uns genug Wasserflächen, die - zugefroren - man im Winter doch wohl besser mit Schlittschuhen befahren kann, als auf den nassen und matschigen Wegen zu versuchen, sich einigermaßen mit den Rollen aufrecht zu halten und dann vielleicht auch noch Spaß daran zu haben - nein danke!"


Der Große Rheinsberger See war im Januar für kurze Zeit zugefroren. (Blick aus der Ruine vom "E.T.")

Weit gefehlt! Wann waren denn das letzte Mal die Gewässer zugefroren? Der laufende Winter machte das einzige Mal im Januar 2000 den als ernsthaft einzustufenden Versuch, mit zweistelligen nächtlichen Minusgraden die Wasserflächen unserer Seen in Eis zu verwandeln - leider nur für zu kurze Zeit, um wirklich ans Eislaufen denken zu können.

Ich machte dennoch am letzten Frosttage den zaghaften Versuch, auf dem Eis des Großen Rheinsberger Sees in Ufernähe eine Stunde zu laufen, was auch gelang, wenngleich das Eis sich bisweilen laut knackend zu dem Irrsinn äußerte. Aber es gab nicht nach, so dass sogar Spaß aufkam. Da ich es nicht gewöhnt war, mit Rockering-Skates zu laufen, blieb dann aber ein leicht lädierter Knöchel nicht aus. Schluß mit "Lustig" - nicht wegen der Verletzung, sondern weil dann wieder kräftiges Tauwetter einsetzte.

Also zog ich die Inliner wieder an, um die tägliche Bewegung zu haben, selbstverständlich auch mehr Kleidung als der Herr da links oben (Um nicht so viele Pullover und ggf. auch keinen Anorak mit sich herumzuschleppen, kann man einen Neoprenanzug [Kaufhof: um die 150 DM kurzärmelig, kurzbeinig] unten drunter ziehen, darunter noch T-Shirt und Leggins, um die wärmende Wasserschicht festzuhalten - wie beim Tauchen oder Surfen!).

Meine Favoriten unter den Strecken:

Besonders schöne Strecken wurden entdeckt:

Es gibt im Winter nicht nur Schnee- und Regentage. Vom Sommer ’99 verwöhnt, konnten wir richtig schöne Sonnentage auch im Herbst und sogar im Winter zum Inline-Skaten nutzen. In Rheinsberg hatte man im Dezember allerdings den Eindruck, dass die Schilder "Kein Winterdienst!" sich auf sämtliche Reinigungsarbeiten bezögen. Nachdem das letzte Mal im Oktober anlässlich der Eröffnung des Rad- und Wanderweges nach Menz beide Rad- und Wanderwege gefegt und damit von Zweigen und dicken Schichten Kiefernnadeln befreit worden waren, hatte der anschließende Laubfall in kurzer Zeit die Pisten stellenweise in wie mit Schmierseife bestrichenene, rutschige Bahnen verwandelt, die nicht nur den Skater dazu aufforderten, doch lieber auf die Straße überzuwechseln (oder zu Hause zu bleiben), sondern auch für die Radfahrer gefährlich wurden.


Wo der Weg - wie hier am Rastplatz hinter Hohenelse- durch den Wald führt, ist er sehr schnell verschmutzt. Bei feuchtem Wetter entsteht dadurch zu jeder Jahreszeit eine gefährliche Glätte.

Besonders mit Vorsicht zu befahren waren die Reuterpromenade (obwohl die Familie Wimmer auf der Breite ihres Grundstücks den am TAV-Gelände befindlichen Rad- und Wanderweg vom Laub befreit hatte), Teile des Luchs, der Wald vom Luch bis Einfahrt zum "E.T.", der gesamte Hohenelser Bereich (besonders das Wäldchen am Rastplatz, 100m Weg hinter der inoffiziellen Schlaborn-Einfahrt, die Senken bei Schlaborn und am Bikowsee-Zeltplatz sowie der Wald vor der Bikow-Brücke.
Ein besonders hohes Laubpolster lag in der Senke in Sellenwalde, an Zeitz’-Koppel und anderen Stellen des Weges nach Menz sah es ähnlich aus. Somit galten beide Rheinsberger Pisten im November und Dezember für den Inline-Skater als suspekt.

Als ich dann eines Dienstags im Januar, als die viele Arbeit am Computer einfach danach schrie, durch eine Tour an der frischen Luft abgelöst zu werden, das gelbe Blinklicht der Kehrmaschine sah, konnte ich mich nicht mehr bremsen und machte gleich den Test! Nun gut, das Laub war bis hinter Hohenelse vom Wege gefegt, aber der dünne, schmierige Matsch-Film darunter hatte den Borsten widerstanden und ließ nur ein vorsichtiges Fahren zu, er wartete auf den nächsten Regenschauer.

Dennoch: ein erheblicher Fortschritt, dem ein Dankeschön gebührt! Von der Stadtverwaltung erfuhr ich, dass diese Wege jetzt häufiger gefegt werden sollten - je nach Möglichkeit, und die Reststrecken - auch in Richtung Menz - würden bald sauber sein.

Und in der Tat - es geschah auch. Während der Frostperiode wurde der gehärtete Matsch-Film zu einem wunderbaren Belag, den die Latexrollen gut annahmen. Mit dem Tauwetter kam reichlich Regen, der die Reinigung komplettierte, und man konnte zwei Wochen lang wirklich gut inlinern. Inwieweit dies auch in Richtung Menz möglich wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.



In der Reuterpromenade war's im Dezember beinahe am schlimmsten mit der Verschmutzung. Wer sicher den Hang an den Seglerheimen hinuntersausen will, muss vorher die Stöckchen aufsammeln!

Dann gab es mehrfach Sturm und Nieselregen. Viele Zweige, Äste und Zapfen fielen auf den Weg, der nunmehr 5 Wochen später nach einer erneuten Reinigung schreit. Ein großer, dicker Ast hinter Hohenelse lag quer über sen Weg, und ich räumte ihn mitsamt der Splitter selbst beiseite. An den Seglerheimen muss ich regelmäßig Zweige wegräumen, um für die Rücktour die sichere Abfahrt vorzubereiten. Im Luch behindern Futterreste und Erlenzweige und -zapfen die Fahrt. Man muss schon wieder sehr aufpassen. Anfliegendes Laub beginnt erneut, Schmierstellen zu schaffen. So ganz nebenbei: Der erste Schmutz nach dem Fegen war Hundekot, der zweite zerschlagene Flaschen. Dann erst kam die Natur!

Aber wer ein wenig Herausforderung vertragen kann und sich vor der Rollenpflege nicht scheut, sollte die Gelegenheit jetzt noch zum Inlinern nutzen, bevor bis zum nächsten Fegen wieder alles vorbei ist. Es empfiehlt sich, mit Latexrollen zu fahren; und noch ein Tip: Je größer die Rollen sind (und je weniger langsam man ist (Ich wähle diese Formulierung, weil sie meiner Meinung nach ein gewisses Maß Sicherheits-Verantwortung enthält; denn wehe, wehe, wenn man rast, trägt ggf. sogar keinen Schutz und fällt dann!)), um so sicherer fährt man!

Schulnetz Rheinsberg
Autor: Manfred Grossmann (Text und Fotos)
Erstellt: 05.02.2000